Stromversorgung

Die Stromversorgung von Willi besteht aus folgenden Hauptkomponenten:

- 8 Blei-Säurebatterien “Antrieb und Beleuchtung” à 12V 230Ah, zu 24V und 920 Ah zusammengeschaltet
- Ladewandler “Victron Phönix Multiplus 24/3000/70 mit 3000W maximaler Ausgangsleistung auf der 230V-Seite (reiner Sinus) und 70A Ladestrom für die Batterien bei Fremdeinspeisung von 230V
- Lichtmaschine 24V 85A

(Spannung in Volt [V], Strom in Ampère [A], Stromverbrauch in Ampèrestunden [Ah] und Leistung in Watt [W])

Für das Leben in einem großen Wohnmobil benötigt man beinahe zwangsläufig auch Strom. Sicher gibt es den einen oder anderen, der ohne auskommen will, aber auf diesen Komfort möchte ich nicht verzichten.
Steht eine Steckdose zur Verfügung, ist alles einfach. Abgesehen davon, daß man sich im optimalen Fall mit einer maximalen Stromaufnahme von 16A bei 230V begnügen muß. Das reicht, wenn man nicht Wasserkocher, Staubsauger und Waschmaschine gleichzeitig benutzen will. Letztlich können bei 16A Stromaufnahme Geräte mit maximal 3.600W betrieben werden.

230V für alle(s)

Um alles zu vereinfachen, Kabelquerschnitte und Kaufpreise für Geräte zu minimieren, habe ich mich entschlossen, fast die gesamte Stromversorgung mit 230V zu bewerkstelligen. Die Waschmaschine ist ohnehin darauf angewiesen, der Kühlschrank kostet bei deutlich größerem Volumen und wesentlich besserer Isolierung nur 300 statt der Camping-üblichen 900 Euro, von Geräten wie Mikrowelle, Dunstabzug, Mixer, Kaffeemaschine etc. wollen wir erst gar nicht reden. Der Campingkram für 12V (24V ist sehr selten, darauf bin in aber aufgrund der Fahrzeugelektrik angewiesen) ist teurer Plunder.
Also: 230V für alles, inkl. Licht.

Der Ladewandler

Dieses blaue Gerät aus dem bergfreien Käseland ist genau richtig für meinen Zweck. Es kann einerseits 230V Fremdeinspeisung durchschalten auf die fahrzeuginterne Verteilung und nebenbei noch die Batterien mit immerhin 70A laden, andererseits macht er aus den 24V Gleichspannung der Batterien 230V Wechselspannung mit bis zu 3.000W. Kurzzeitig wäre er sogar in der Lage, hohe Anlaufströme von elektrischen Geräten mit bis zu 6.000W zu kompensieren.
Der Wandler hat außerdem noch ein nettes Schmankerl: stehen am Fremdanschluß z.B. nur maximal 10A zur Verfügung, so kann er aus den Batterien noch Strom “addieren”, bis die z.B. benötigten 16A im Wagen zur Verfügung stehen. Dabei werden die Batterien natürlich nicht mehr geladen. Die maximale Stromaufnahme des Wandlers aus dem Fremdanschluß kann mit einem Drehpoti vorgewählt werden.
Um auch empfindliche Geräte zu befriedigen, erzeugt der Wandler eine echte Sinusspannung, die meisten Konkurrenzprodukte spucken meistens nur eine Trapez oder Rechteckspannung aus.
Da der Wandler bei größerer Belastung beim Laden oder bei der Stromerzeugung nicht gerade leise ist (Gebläse), habe ich ihn in den Laderaum unter dem Bett verbannt. Dort kann er soviel pusten und blasen wie er will!

Die Batterien

Die Speicherung elektrischer Energie ist seit jeher ein Problem, als Mittelweg haben sich Bleiakkus herauskristallisiert. Die sind zwar wahnsinnig schwer, dafür aber preiswert und robust. Sicherlich gibt es noch bessere Alternativen zu den von mir gewählten Blei-Säure-Akkus, wie z.B. Blei-Gel- oder AGM-Batterien, diese sind jedoch gut doppelt so teuer.
Die Batterien habe ich im Innenraum über den rechten Hinterrädern eingebaut (quasi als Gegengewicht zum 400l-Frischwassertank über den linken Hinterrädern) und jeweils paarweise in parallelgeschaltet, womit sich rein rechnerisch bei 24V 920Ah ergeben. In der Realität sind das maximal 450 Ah, die tatsächlich entnommen werden können, da Bleibatterien nie mehr als 50% ihrer angegebenen Kapazität abgeben können.
Rechnen wir das mal um auf 230V: bei einer Verzehnfachung der Spannung und einem Wirkungsgrad von etwa 90% erhalten wir etwa 42Ah oder etwa 9,7kWh bei 230V. Nicht viel, sollte aber für ein paar Tage ohne Fremdstrom reichen.

Beim Laden der Batterien verdunstet etwas Wasser aus der in der Batterie vorhandenen verdünnten Schwefelsäure, das von Zeit zu Zeit ergänzt werden muß. Zudem muß das ebenfalls beim Laden entstehende Knallgas abgeführt werden, damit es seinem Namen eben nicht alle Ehre machen kann. Dafür stecken nun in jeder Batterie 6 Spezialstopfen, mit denen einerseits eine zentrale Entgasung, andererseits eine halbautomatische Wassernachfüllung erreicht wird.

Damit der Strom leuchtet – die Lichtmaschine

Unterwegs muß die Lichtmaschine des Lkw-Motors für das Nachladen der Batterien sorgen. Für meinen Lkw gibt’s die nur mit maximal 85A Ladestrom (eine größere Lichtmaschine würde auch nicht hineinpassen), die dann bei völlig leeren Batterien sicherlich gut 20 Stunden benötigen würde, um sie wieder aufzuladen. Mal sehen, was die Praxis bringt.

Hausinstallation…

Innen haben wir, mein Vater und ich, reichlich Steckdosen vorgesehen, um die lästigen Dreifachverlängerungen weitgehend zu sparen.
Es gibt für den Eingang von außen zwei 16A-Sicherungen und einen FI-Schutzschalter, für die Absicherung der Stromverteilung im Innenraum einen weiteren FI-Schalter sowie 6 Sicherungen für Licht- und Steckdosenkreise.

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