Wer ist Willi?
Wer ist Willi?
Willi ist groß. Er ist schwer. Er ist so stark wie 272 Pferde. Und rot. Gelb auch. Er kann ganz schön laut brüllen. Ok, nicht so laut wie seine Artverwandten vom Stamme der Magirusse. Sein Nachname ist Benz. Mercedes-Benz.
Willi erblickte das Licht der Welt irgendwann im Jahr 1993 im pfälzischen Wörth. Genaues ist nicht festzustellen, denn er war quasi noch sehr frühreif und gar nicht fertig entwickelt bei seiner Geburt. Er bestand bloß aus seinem Rückgrat und dem Gesicht. Sein Herz arbeitete schon und er konnte schon von Anfang an laufen. In diesem Zustand wurde er dann auf dem Rücken eines Tiefladers nach Niedersachsen transportiert, wo er bei der für ihre Pullmann-Aufbauten für Möbelspediteure bekannten Firma Warneke seine heutige Form erhielt. Die kräftigen Mannen dort bauten zuerst einen Möbelkoffer aus Aluminium und Stahl auf seinen Rücken, dann passten sie das Fahrerhaus der Form des Aufbaus an. Willi erhielt nun Türen und eine riesige Kabine mit drei großen Betten und fast 2,50m Stehhöhe. Klappte man die Betten hoch, konnten hinter dem Fahrer immerhin 5 Leute sitzen. Trotz des über das Fahrerhaus reichenden festen Aufbaus kann Willi seine Fahrerkabine kippen, was für die Wartung sehr wichtig und praktisch ist.

Als dann der Aufbau schön signalrot und der Rahmen signalgelb lackiert waren, konnte sein neuer Besitzer, Wilhelm Eckardt aus Stuttgart-Fellbach, seinen Neuerwerb in Empfang nehmen. Es geht die Mähr von Willis Zwillingsbruder, über den dem Autor jedoch keine näheren Informationen vorliegen.

Nach nicht ganz zehn Jahren, in denen Willi im Laufe von fast 430.000 km vielen Leuten ihre Wohnzimmermöbel zu ihrer neuen Wohnung gefahren hatte, war sein größter Nachteil so schwerwiegend geworden, dass sein Besitzer sich von dem Wagen trennte. Herr Eckardt hatte Willi nämlich nicht mit einer Ladebordwand bestellt, eine Nachrüstung lohnte aufgrund des Alters wohl nicht mehr und er verkaufte den Wagen an einen Händler. Dieser freute sich über den seltenen Neuerwerb, waren Pullmann-Möbelwagen doch damals in den 60er und 70er Jahren, als diese Wagen ihre Hochzeiten hatten, begehrter als frisches Brot und wurden zu Höchstpreisen gehandelt… Dieser Nachzügler, die Pullmann-Wagen waren aufgrund ihrer aufwendigen Konstruktion zu teuer geworden und damit fast ausgestorben, fand jedoch über zwei Jahre lang kein neues Herrchen, bis sein neuer Besitzer ihn beim Stöbern im Internet fand und sich vom Fleck weg in ihn verliebte und kurzerhand kaufte.
Daß er nun im besten Lkw-Alter, in dem die meisten seiner Kollegen längst in warme südliche Länder verkauft waren, noch eine neue Blüte erleben sollte, hatte Willi sich wohl nicht träumen lassen!

Hallo Paulikxp
Interessante Sache die du da baust. Habe selber ein WoMo ausgebaut und fahre damit aber nur im Urlaub. (Waren eben für fünf Wochen in Libyen)
Selber habe ich einen MB 1017er 4×4. Das Fahrzeug ist leicht und Ideal für diese Reisen in die Wüsten. Ab und zu wünschte ich mir etwas mehr Leistung. Das würde aber bedeuten, dass ich ein neuses Basisifahrzeug suchen müsste. Ein anderes Argument ist auch noch das Alter. Meiner hat nun schon bad 30 Jahre auf dem Buckel. Ein neueres Fahrzeug und etwa Euro 2 wäre nicht zu verachten.
Nun habe ich mich auch mal darum interessiert und habe Fahrzeuge gesehen die in Frage kommen würden. Einen Mercedes möchte ich auf jeden Fall. (MB1824, MB1827, MB1831, MB1838) Bin überzeugt, dass es sehr gute Fahrzeuge sind und auch ihr Geld wert sind. Nun fährst ja du doch auch ein rechtes Kaliber durch die Strassen.
Kannst du mir sagen was du da an Treibstoff verbrauchst?
Was ist das für ein Motor, den du da in deinem Fahrzeug verbaut hast?
Was verbraucht wohl ein 1831er mit V6 oder 1838 mit V8 Motoren.
Sind die Ersatzteile und Unterhaltskosten massiv höher als bei einem 1017er wie ich heute noch fahre?
Vielen Dank für ein Feedback
Grüessli aus der Schweiz
Daniel
Um von hinten anzufangen: in meinem Wagen ist ein OM401LA verbaut, ein Sechszylinder mit 9,8l Hubraum und 272 PS/200kW. Verbrauch lag bei völlig leerem Fahrzeug bislang bei etwa 23l.
Der 1017 ist ja so ein ehemaliges Bundeswehr-Auto, vermute ich mal? Der 1827 ist eine ganze Fahrzeugklasse größer, mit schwererem Rahmen, schwereren (Außenplenten-) Achsen etc.. Eine Ablastung auf 7.5t ist bei einem Leergewicht (10m Länge, Alukoffer) von 8,5t relativ kompliziert
In der Allradversion gab’s die MK/SK (schräge Seitenfensterunterkante, breiter Kühlergrill) ja eigentlich ausschließlich als Baustellenfahrzeuge, also Kipper oder Betonmischer o.ä., jedenfalls habe ich noch nie einen gesehen mit Kofferaufbau. Den müßte man dann selbst draufbauen, was ja nicht das Problem wäre. Der 1824 hat einen Saugmotor, davon würde ich abraten, im 1831 ist ein Sahnemotörchen mit reichlich Power (auch ein OM401LA), der Achtzylinder ist zu schwer und hat zuviel Durst, 380PS sind für ein Solofahrzeug auch definitiv zu viel.
Euro 2 ist beim SK das Maximum, das reicht ab 2010 in vielen europäischen Städten dann aber nicht mehr, da muß dann mindestens Euro 4 vorhanden sein.
Björn