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Wohnen in der nahen Zukunft

Der Umbau unseres Foodmaster-Busses schreitet voran, der erste Einsatz ist fest für den 19. und 20. Juni gebucht. Mit der Inbetriebnahme muß ich mir aber auch Gedanken machen über meine zukünftige Wohnsituation. Abgesehen von der 4-Wochen-Problematik (28 Tage sind die maximal zulässige Verweildauer auf einem Campingplatz) und den erheblichen Kosten (durchschnittlich 100 Pfund pro Woche Campingplatz plus 130 Euro im Monat für deutsche Kfz-Steuer und -Versicherung) kommen noch die langen Reisewege hinzu: unter 1 Stunde kommt man von außerhalb nicht in die Innenstadt, wo unser Bus ja wahrscheinlich in Zukunft sein Geld verdienen soll. Auch hierfür sind die Kosten nicht zu unterschätzen, täglich 20 Pfund für die Zugfahrten sind Standard.

Und so werde ich mich wohl (hatte ich das nicht schon irgendwo geschrieben? Ich find’s nicht wieder) mit dem Gedanken anfreunden müssen, wieder in Steinen zu wohnen. Bei den Londoner Wohnungspreisen hatte ich mich allerdings schon länger gefragt, wie man bei locker 250 Pfund pro Woche (hier werden Mieten pro Woche gezahlt) außer der Wohnung auch noch Essen finanzieren kann. Egal, ich würde aus diversen Gründen eine “shared flat”, also eine WG, bevorzugen und die gibt es ab etwa 60 Pfund aufwärts, teilweise inkl. Internet und allen Nebenkosten.

Fragt sich noch: was passiert mit Willi? Ihn einfach nur wegzustellen und dafür monatlich sicherlich nicht unter 50 Pfund zu bezahlen, macht keinen Sinn, zumal er zum Herumreisen hierzulande einfach zu groß ist und er vom Herumstehen nur Schaden nehmen würde. Also muß er verkauft werden, das werde ich in Angriff nehmen, sobald alles andere spruchreif ist, ein wenig Renovierungsarbeiten muß ich ihm im Innenraum noch zukommen lassen, dank Hund sind die weißen Wände untenrum schon lange nicht mehr weiß…

BAP

Die drei Buchstaben kennt wohl so ziemlich jeder in Deutschland, der die 30 überschritten hat. Eine Musikband, die sich (fast) immer treu geblieben ist und nicht zuletzt tolle Musik macht. Ob man die Texte nun versteht oder nicht, spielt erstmal nicht so eine große Rolle, denn wer kennt oder versteht schon alle Texte der Rolling Stones, der Kinks oder von Led Zeppelin?

Mein Freund Thomas P. hat mich damals dazu gebracht. Damals, das war so 1990, gab er mir eine Kassette (jaja!) mit und meinte, ich sollte mir das mal anhören, würde mir sicher gefallen. Hat es nicht…. Verdamp lang her natürlich, ja, das spielte auch unsere Schülerband und den Schlagzeuger fand ich so toll ;-)   Die Kassette flog in die Auto-Kassettensammlung im orangeroten Kassettenkoffer von Fischer und blieb da vorerst.

Irgendwann danach, nicht allzuviel später, holte ich meine Schwester mit dem Auto (der große Bruder hatte ja einen Führerschein und war “geil” auf fahren…) bei ihrer Freundin Mareen ab, wo ich eine Schallplatte fand: Für usszeschnigge (“Zum Ausschneiden”), die dritte Platte von BAP, als Schallplatte. CDs waren erst ganz langsam im Kommen. Gehörte ihrem großen Bruder, ich durfte sie mir ausleihen, da waren nämlich alle Texte abgedruckt inklusive der deutschen Übersetzungen! So kam ich der Musik näher, hörte sie öfter und kaufte mir einfach die damals aktuelle Platte, auf CD, X für’e U. Ja, und mit der hat’s dann richtig angefangen, der Funke sprang über und ich war vom BAP-Fieber gepackt. Nach und nach kaufte ich mir alle herausgebrachten Alben und besorgte mir auch die jeweils aktuellen. Auf jede Platte mußte und muß ich mich neu einstellen, weil sie sich teilweise erheblich voneinander unterscheiden, je nach persönlichen Erlebnissen vor allem des Texters Wolfgang Niedecken aber auch infolge von Umstellungen innerhalb der Band, die immer wieder und bei mindestens jedem zweiten Album vorgenommen wurden. Heute ist nur noch Wolfgang Niedecken übrig von der ursprünglichen Besetzung, der Schlagzeuger Jürgen Zöller kann mit fast 20 Jahren Zugehörigkeit mittlerweile auch von sich behaupten, zum Inventar zu gehören.

Egal, genug blabla, das kann man alles bei Wikipedia oder einem der Fanportale nachlesen, wenn’s denn überhaupt interessiert.

Für mich ist BAP ein kleines bißchen Lebensstil, 20 Jahre prägen dann wohl doch. Die neuesten Platten sind nicht mehr mein Geschmack, die letzte besitze ich nicht einmal. Zu vielen Lebenssituationen fällt mir immer wieder ein BAP-Lied ein bzw. eine Textpassage. Irgendwie spricht er, der Niedecken, mir vielfach aus der Seele. Sieht Situationen aus Blickwinkeln, die mir sympathisch oder bekannt sind. Gern würde ich mich mit jemandem austauschen, ich kenne aber leider niemanden, der auch nur ähnlich intensive Bindungen zu dieser Band geknüpft hat wie ich, auch Thomas P. hatte ich sehr bald überholt, heute habe ich keinen Kontakt mehr zu ihm (nein, nicht wegen BAP).

Meine Lieblingsplatte von BAP ist übrigens gar nicht von BAP…. :-) Schlagzeiten heißt ein Soloprojekt von W.N. aus dem Jahr 1987, das musikalisch zwar ähnlich wie BAP klingt, aber sehr viel ausgefeiltere Instrumentalisierungen aufweist, auch die Texte sind anders. Dabei waren u.a. Tommy Engel von den Bläck Föös, der heutige Produzent und damalige Sänger des Liedes Tschernobyl Wolf Maahn und andere, weniger bekannte “Größen”.

Was wollte der Autor nun mit seinem Artikel ausdrücken? Keine Ahnung, ich wollte das einfach mal schreiben.

Löwenzahn. Heute mit einer Distel.

Wer kennt nicht Peter Lustig und die von 1981 bis 2005 mit ihm ausgestrahlte Fernsehserie Löwenzahn? Die Serie war vor allem auf die damals noch recht neue grüne Bewegung in Deutschland ausgerichtet, viele ölologische Fragen wurden beantwortet, nicht zuletzt fuhr Peter Lustig eine Ente und wohnte im Bauwagen (hähä). Wie auch immer, die Zeichentrick-Titelsequenz beinhaltet unzählige Löwenzahnpflanzen, die sich ihren Weg durch den Asphalt bahnen und die Stadt zurückerobern. Dieser Trickfilm fiel mir sofort ein, als ich auf meiner Fahrradtour gestern Morgen diverse Disteln sah, wie sie durch die frische Asphaltdecke ans Tageslicht brechen:

Schlechte und gute Tage

Gestern Mittag wollte ich nach der kurzen Mittagspause am Medway noch ein Abbruchhaus fotografieren, dabei fiel mir das Fehlen meines geliebten Nexus One (Googlephone) auf. Ich muß plötzlich errötet sein, stieg in mir doch ein sehr ungutes Gefühl auf: beide Jackentaschen waren offen, das UMTS-Funkmodem war noch in der rechten, das Handy nicht, obwohl ich mir sicher war, beide Geräte zusammen dort hineingesteckt zu haben. Ich war zudem mit dem Fahrrad unterwegs, da hat man schnell mit dem Oberschenkel beim Treten die Tasche ausgeleert. Ich hoffte jedoch zuerst auf meine Schusseligkeit und darauf, daß das Telefon vielleicht doch noch irgendwo in der Werkstatt liegen könnte, was es dann aber nicht tat. Also fuhr ich den Weg nochmal ab, untersuchte die Pinkelecke ganz genau, schaute jedes Telefon am Ohr von Fußgängern genau an, besuchte die Kundeninformationen beider besuchter Supermärkte und guckte mir den Mittagspausenplatz nochmal an, nichts. Gar nichts. Weg. Aus der Traum vom Android-Telefon, denn das gibt wohl so schnell keiner mehr her.

Frust, Trauer, ja, wegen eines Telefons. 400 Pfund weg. Wieder zurück zum ollen Windows-Telefon. Naja, was soll’s.

Das Klingeln des Telefons verfolgte mich sogar im Traum….

Heute Morgen fuhr ich dann wie beiden vorherigen Tage auch schon mit dem Auto zur Arbeit, traf unseren Vermieter Ted, der gerade versuchte mich anzurufen, bis ich ihm mitteilte, daß das Telefon verlustig war. Im selben Augenblick hielt ein Pickup neben uns, hielt ein Telefon aus dem Fenster, MEIN Telefon! Ich hätte ihn am liebsten umarmt… Ich hatte das Ding nach nur 100m Fahrstrecke auf dem Firmengelände verloren. Mann, das war nicht nur ein Stein, der mir da vom Herzen gefallen war. Ich werde von nun an auf das Telefon ordentlich aufpassen!

Ich wohne AUF Hoo….

Ja, Hoo heißt ja dieses halbe Eiland, auf dem ich residiere. Und spätestens seit heute weiß ich auch warum ich auf Hoo wohne. Denn ich bin heute mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren, das war heute Morgen ganz nett, ziemlich kühl, die Handschuhe waren nicht übertrieben. Und es ging lange Strecken bergab, dabei wurde es noch kühler. Und mir wurde ein wenig bange vor dem Rückweg…

Heute Abend dann also das ganze retour, das Wetter war sehr schön, aber kaum wärmer als am Morgen, immerhin brauchte ich keine Handschuhe. Aber diese Berge! Okay, Berge sind’s nicht direkt, aber die Steigungen haben es dafür in sich, kurz und knackig. Und sind die zuende, weht der Wind, wie immer an der Küste natürlich von vorn… Aber schön war’s, morgen wird das ganze wiederholt. Und übermorgen. Und Samstag… Bis der GTI wieder heil ist. Und dann vielleicht trotzdem.

Achso, ja, neben, über, unter und nicht auf Hoo wären die Alternativen. Zur Zeit aber eben auf Hoo. Und diese Bleibe schickt sich an, die bislang am längsten von allen von mir bewohnte zu werden…