Veröffentlichungen

GTI, immer noch

Golf II GTI sind ja offensichtlich ernstzunehmende Klassiker. Die Preise fallen seit einigen Jahren nicht mehr und das nehmen unfaire Menschen zum Anlaß, auch Gurken zu überhöhten Preisen anzubieten. Ein wirklich gutes Modell mit etwa 200.000km schlägt mit etwa £2.000 zubuche, eine stolze Summe für ein 18 bis 30 Jahre altes Auto.
Heute bin ich mal schnell 70km gefahren, um ein auch auf Nachfrage rostfreies Modell für £1.995 zu besichtigen. Schon aus 10m Entfernung waren auf dem – stumpfen – weißen Lack diverse braune Rostblasen an allen Türunterkanten zu sehen. Nur oberflächlich, wie der Verkäufer beteuerte. Ist klaaar… Schomal auf der noch schlimmeren Innenseite geschaut? Die hinteren Türen waren dann auch unterhalb vom Schloß auf etwa 5cm Durchmesser durchgerostet, der Kofferraum stank wie Opas Keller nach Muff, Fahrersitz mit fünfmarkstückgroßem Loch, rechter Kotflügel an der Oberkante durchgerostet usw. Preisverhandlungen nicht möglich. Na dann: behalt Deinen Schrott.

Nun wird’s wohl doch der bereits erwaehnte graue aus London sein. Der hat zwar zwei kleine, aber ehrliche Beulen, ist bis auf eine kleine Stelle am im England mit einer Plastikkappe abgedeckten Loch fuer die nicht vorhandene linke Wischerwelle sowie eine ziemlich gammelige Heckklappe wirklich rostfrei, ueberall, ich habe quasi drunter gelegen. Soll nun nach Verhandlung nur noch £1.425 statt urspruenglich 2.000 kosten, dafuer gibt’s aber auch keine Probefahrt, aber Recaro-Sitze, die gut und gerne 500 Pfund wert sind und die ich nicht haben will… Ich werde weiter berichten!

Autokauf mit Hindernissen

Seit vergangenem Montag steht fest: Barney, der rote GTI, ist ein wirtschaftlicher Totalschaden. Aber bereits zuvor, mir war das bereits vorher klar gewesen, hatte ich mich intensiv mit dem Kauf eines Ersatzwagens beschäftigt.

Aber natürlich: genau dann, wenn ich ein Auto brauche, gibt’s keins. Golf II GTI war klar, doch soll’s ein 8-Ventiler mit 112PS oder wieder 16-Ventiler mit 139PS werden? Beides wird in brauchbarem Zustand nicht in großer Menge angeboten. Die Preise variieren zwischen 1.000 und 4.000 Pfund, dabei ist der Zustand oftmals auf den Fotos bereits als heruntergeritten oder hervorragend zu bewerten.

Da ich den roten schon sehr mochte, vor allem auch optisch, suchte ich vor allem nach einem ähnlichen Auto. Dazu sollte er vier Türen haben, was die Auswahl vor allem beim 16V schon erheblich einschränkte, der coupéähnliche Zweitürer war hier wohl damals erste Wahl. Weiter erschwerend wirkte sich die Tatsache aus, daß ganz besonders dieses Tornadorot gern zum “Tornadopink” wird, wenn es lange der Sonne ausgesetzt wird. Letztlich sollte man sich auch vor Augen führen, daß England ein sehr lang gestrecktes Land ist und eine schnelle Besichtigung gern mal zu mehr als einer Tagesreise per Zug werden kann…

In die nähere Wahl fiel daher ein roter 16V in London für 1.500£ . Der Zustand war als gut beschrieben worden, der Preis war okay, also war am vergangenen Sonntag eine Besichtigung verabredet. Die erste Besichtigung brachte reichlich Enttäuschung: eine interessanterweise oben durchgerostete Fahrertür, reichlich ausgeblichener Lack und auch sonst nicht sonderlich schöner Zustand waren mit Barney nicht annähernd zu vergleichen. Und doch kaufte ich das Auto nach einer Probefahrt, aber mehr halbherzig. Nach der Kaufabwicklung fuhr ich nur 10 Minuten, um festzustellen, daß ich mit dem Ding nicht glücklich werden würde. Das Getriebe machte Geräusche, der Himmel hing herunter, der Motor war ohne Kraft usw., also war eine Rückgabe angesagt, die auch unkompliziert ablief, zumal der Verkäufer nicht wirklich verkaufen wollte.

Ich war wieder ohne Auto, aber auch sehr erleichtert. Die weitere Suche förderte einen weiteren 16V in London zutage, in dunkelgrau. Laut Telefonat rost- und beulenfrei, bei Besichtigung aber rost- und beulenvoll. Schade drum, eigentlich ein schönes Auto, stand aber schon seit einem halben Jahr, keine MOT (TÜV), keine Steuer, zugeparkt, keine Probefahrt möglich. Und keine Preisverhandlungen möglich, viel zu teuer dazu.

Alle anderen interessanten Autos waren mindestens 2 Stunden Fahrzeit entfernt, und so entschied ich mich Montag Mittag kurzfristig, schnell mal eben 2,5 Stunden nach Mansfield bei Nottingham zu fahren, dort gab’s einen ebenfalls dunkelgrauen GTI 8V in angeblich tadellosem Zustand. Das Auto sah nach Ankunft außenrum wirklich sehr schön aus, bei näherem Betrachten nicht mehr ganz so, aber immer noch schick, immerhin 18 Jahre alt.
Das Öffnen der Motorhaube offenbarte dann einen bereits geschweißten rechten Längs- und sehr verrosteten vorderen Querträger, der wirklich fast neuwertige Innenraum entschädigte dafür. Die Probefahrt war auch ohne Beanstandung, also wurde das Auto gekauft. Wozu druntergucken, Golf II rosten nicht von unten…

Die Fahrt war problemlos, der Motor “pulls like a train”, sehr kraftvoll, das Getriebe und Fahrwerk sind tadellos. Am nächsten Tag, bei Tageslicht, lauerte jedoch Ernüchterung auf breiter Front: Hinterachsaufnahmen bereits geschweißt, Vorder- und Hinterachskörper stark verrostet, Unterrostungen des Unterbodenschutzes an vielen Stellen. Die Lösung: das Auto stammt von der Westküste, aus Carlisle, kurz vor Schottland. Da rosten wohl auch 2er Gölfe.

Schön isser trotzdem, aber nicht rot. Den durchgerosteten (!) Ölfilter habe ich besser erneuert, das Öl war auch pechschwarz, war also höchste Zeit.

Fast exakt gleich alt, beide Spätkommer und erst 04/92 zugelassen, mehr als ein halbes Jahr nach Produktionsende.

Ich HASSE Freitage!

Sowas konnte nur an einem Freitag passieren, kein anderer Tag (außer vielleicht noch Montag) kommt für sowas in Frage. Pah. Ich hätte es wissen müssen. Traue keinem Freitag über den Weg. Das Problem war nur: am fünften Tag der Genesung von meiner mittelprächtigen Erkältung war ich mir gar nicht des Wochentages bewußt…  Ich setzte mich heute ans Steuer meines geliebten roten GTI (wenn auch die Liebe in letzter Zeit aufgrund der häufigen Probleme mit der Zündung etwas unterkühlt ist) und machte mit ihm und Hundchen auf dem Rücksitz eine nette Landpartie an die Nordostküste dieser kleinen Halbinsel, auf der ich derzeit weile. Kleine Wanderung – na gut, Spaziergang – in Cooling, einem verschlafenen Nest im Nirgendwo, immerhin mit der Themse und den unzähligen Öltanks auf der Essexer Seite in Sichtweite. Ein Geocache, noch einer, weiter geht’s nach Cliffe, von wo eine sehr schlechte Straße (ist auch schon 100 Jahre alt) zu einer – natürlich explodierten – Fabrik für Sprengstoffe bzw. deren Überresten führte. Zwischendurch noch ein kleiner Abstecher zu einem anderen kleinen Cache, der mir bzw. meinem Autochen jedoch das Genick brechen sollte. Ein kleiner Kreisverkehr (so einer mit einer winzigen angedeuteten Aufpflasterung in der Mitte zum Drüberfahren), das dort geltende rechts vor links abgewartet, der Peugeot inkl. seiner Fahrerin vor mir setzt sich kurz in Bewegung, biegt ebenfalls links ab, um sofort danach wieder anzuhalten, um den Gegenverkehr auf der schmalen Straße durchzulassen, weil sie nämlich, das ist hier erlaubt, entgegen der Fahrtrichtung auf der rechten Seite vor ihrem Zuhause parken wollte. Ich, aufmerksamer Autofahrer, der ich bin, warte geduldig hinter ihr, der Landrover hinter mir jedoch sieht nur: der Rote vor mir fährt endlich, rechts ist frei, also Stoff! Tja, der Rote war aber gar nicht weg, sondern nur maximal 2 Fahrzeuglängen vorgefahren… Und nun ist ebendieser hinten mal richtig gefaltet und vorn links auch, der Peugeot hat auch eine Blessur abbekommen, aber nur Lack- und ganz leichter Blechschaden unter der Kofferraumklappe, beim Landy ist immerhin ein Scheinwerfer kaputt. Toll.

Das geht ja gerade noch

Aber das hier dürfte ein wirtschaftlicher Totalschaden sein.

Super, ich hatte ja auch endlich mal ein Auto, das mir vor allem auch optisch so richtig gut gefiel. Die Heckreparatur allein dürfte mit locker 1500 Euro zubuche schlagen, vorn würde ich mit etwa 750 rechnen. Bei einem Marktwert von etwa 1500 Pfund ist das deutlich über den wirtschaftlichen Totalschaden hinausgeschossen. Danach hat aber gar niemand gefragt bisher, die Versicherung hat alle Daten aufgenommen und will das Auto am Montag zur Reparatur abholen lassen. Bin ja mal gespannt, wenigstens habe ich Anspruch auf einen Leihwagen. Mit der Bestellung von dringend notwendigen neuen Stoßdämpfern warte ich lieber noch etwas…

Wetter 2010 fehlerhaft

Der Hersteller der weltweiten Anwendung “Wetter”, die sich jährlich automatisch selbst aktualisiert, konnte auch nach unzähligen Jahrtausenden nicht ausfindig gemacht werden. Immerhin dürfte aber mittlerweile auch der letzte bemerkt haben, daß die Programmierung immer schlampiger durchgeführt ist und das Programm, vor allem in seiner Version 2010, sehr unstabil läuft. So kommt es immer wieder zu lokalen Totalausfällen, Berlin steckt seit 2 Monaten unter einer Schnee- und Eisschicht, selbst in Südengland hat es eine zeitlang für den hiesigen Maßstab Unmengen an Schnee gegeben. Derzeit steckt die Software wieder seit gut 2 Tagen in einer schlimmen Endlosschleife, die es immer wieder grundlos Unmengen Regen fallen läßt.

Nun reicht’s ja nicht, daß diese Halbinsel Hoo bereits auf drei Seiten von Themse und Medway eingerahmt ist auch auch sonst noch diverse Creeks, Seitenarme, weit in die Lanschaft reichen. Nein, nun gibt’s auch noch Unmengen von Wasser an Stellen, wo es in dieser Menge nichts zu suchen hat: auf den Straßen. Die Abläufe sind und Bäche sind so voll, daß sie nix mehr aufnehmen können, also bilden sich Lachen in Senken, die ich mich mit meinem aquaphoben Zündsystem im GTI nicht zu durchfahren traue. Als ich heute auf der Suche nach einem Alternativ-Campingplatz (ja, ich bin/war extrem gefrustet, Hundchen fühlte sich bei jedem meiner Wutausbrüche unberechigterweise angesprochen) also versuchte, nach Rochester zu gelangen, mußte ich an zwei Straßen umkehren, die dritte – und letzte – Möglichkeit führt über einen Hügel, da ging’s dann. Ich bin auch tatsächlich 30 Meilen gefahren ohne einen Zündaussetzer – doch, einen einzigen gab’s im Leerlauf an einem Kreisverkehr.

Es klart gaaaaaanz langsam auf, vielleicht haben die Programmierer nun ein Update eingespielt. Hoffnung keimt auf.

Tage wie dieser

sollten sowieso verboten sein. Und genau darum geht’s hier.

Heute war ja Umzugstag von Canterbury nach Rochester bzw. die Hoo Peninsula nördlich davon. Daher hatte ich an meinem gestrigen freien Tag bereits alles eingeräumt, abgewaschen und Müll weggebracht, damit ich heute schnell starten konnte. Ein kleiner Fahrversuch bewies zudem, daß die Wiese tragfähig ist und ich wohl diesesmal ohne fremde Hilfe den Platz würde verlassen können.

Doch natürlich hatte ich die Rechnung mal wieder ohne den Wirt gemacht, der hier einmal mehr Petrus hieß und mich mal wieder nicht ziehen lassen wollte. Daher ließ er es mehrere Stunden mit voller Kraft regnen, so daß besagte tragfähige Wiese heute Morgen einem riesigen Schwamm glich. Daß Willi sich nicht 10cm von seiner gestern eingenommenen Position bewegte, dürfte somit klar sein. Das Problem waren wieder die Vorderräder, die bei zu geringer Breite zu viel Gewicht schleppen müssen und sich damit wie “Spalt”-Pillen in den Schlamm eingraben, die Hinterräder haben dann nicht genug Grip, um sie vorwärts zu schieben.

So mußte also auch heute wieder ein großer Trecker her, der in Form eines traktorförmigen Radladers mit zusätzlichem Baggerarm am Heck anrollte. Aber – natürlich, mal wieder – drehten auch nach Anhängen desseöben beim ersten Anfahrversuch alle zur Verfügung stehenden Räder durch. Die Fahrzeuge bewegten sich nur ungewollt auf der negativen Z-Achse, also vertikal nach unten. Rückwärts – das funktionierte ja beim letzten Mal ganz gut – dasselbe. Also kam der Baggerarm zum Einsatz, wofür die fetten Abstützungen in den Boden geschoben wurden, die Hydraulik hat’s dann tatsächlich geschafft, aber immer nur etwa 3-4m. Also Trecker umsetzen, ziehen, umsetzen, ziehen, umsetzen, ziehen, umsetzen, ziehen, dann war’s getan. Die Wiese sah danach wieder aus wie nach einer Schlammschlacht, vielleicht eine Spur weniger schlimm als in Charing.

Abgesehen von einer nicht korrekt verschlossenen Seitenklappe, die auf der Autobahn flatterte, verlief die Fahrt ansonsten problemlos. Anschließend war ich noch arbeiten in Rochester, es hatte mittlerweile mal wieder Gießkannenregen eingesetzt. Die Heimfahrt war dann mal wieder spannend: der andauernde Regen hatte für große Pfützen auf den Straßen und vor allem am Straßenrand gesorgt, die sich beim Durchfahren mit Vorliebe in meine Verteilerkappe (sic!) flüchteten, die kurz darauf, nämlich etwa 400m vor dem Ziel, ihren Dienst quittierte und mich samt Auto und Hund am Straßenrand ausrollen lies. Ok, die Geschichte hatten wir ja schon öfter, also Zähne zusammenbeißen, Schraubenzieher raus, Motorhaube auf, Kappe ab, durchwischen, mit WD40 einsprühen, anbauen, Klappe zu, weiterfahren. Nach nur drei Durchgängen in dieser Form, 23 Minuten später und durch vorbeifahrende Autos von der Seite und vom Regen von oben durchweicht lief der Motor schlagartig wieder mit diesem “war was?”-Getue. Das Anschließen der Gasflasche am Lkw und das Positionieren des Abwassertanks unter dem Auslauf trugen dann noch weiter zum Wassergehalt meiner Kleidung bei, dreimal bin ich dabei in der Dunkelheit in ein tiefes Schlammloch getreten… Glücklicherweise wurden meine Haare nicht naß.

Nicht mehr weiter erwähnenswert sind die Tatsachen, daß der Regen etwa 10 Minuten später plötzlich aufhörte und der Mond sich am klaren Himmel zeigte. Und daß das Internet-Modem noch im Bus “auf Arbeit” lag, ist nur eine Kleinigkeit am Rande.

Selbst dieser Artikel hat nun eine bewegte Geschichte: um ihn zeitnah nachzuholen (Internet ging ja mangels Funkmodem nicht), habe ich ihn am nächsten Tag dann per Handy eingetippt…. Beim Versand stürzte dann bloß die Wordpress-Applikation (Android) inkl. meinem Text ab. Also abends wiederholen, was aber mangels stabiler Internetverbindung ebenso im Sande verlief. Es scheint als hätte ich heute (es ist Sonntag, Tag 4 an diesem Standort) die optimale Position für ein starkes Signal gefunden: die Türklinke der Tür zur Fahrerkabine. Und so schreibe ich auch erst heute, Sonntag, diesen Artikel, den ich aber aufgrund der korrekten zeitlichen Reihenfolge zurückdatiert habe.